Smc Köln

SMB Köln

Der SMC hilft registrierten Journalisten, wissenschaftlich verlässliches Wissen von irrelevanten Informationen zu unterscheiden. SMC Deutschland ist der richtige Arbeitgeber für Sie? Dezernat Nachdem er in Bonn und Frankfurt am Main Jura, Politologie und Sozialwissenschaften studiert hatte, war er als Journalist, Buchautor und Herausgeber tätig, teilweise in leitender Funktion. Von 1992 bis 1996 war er Chefredaktor des Münchner Medienhauses pwe-Verlags. Die PR- und Marketingexpertin Michaela Grähl wurde im Frühjahr 2017 Teilhaberin.

Nach seinem Wirtschaftsstudium an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg war er mehrere Jahre als Marketingleiter bei einem Konsumgüterkonzern in Köln tätig. Seit 2008 arbeitet sie als freiberufliche Pressesprecherin in diversen Beratungsprojekten mit Harald Stoffels. Dementsprechend lag der Fokus auf der Öffentlichkeitsarbeit für TV-Stars, Fernsehsender und TV-Formate (RTL Aktuell, RTL Saturday Night, verschiedene Comedy-Formate für RTL, ARD und ZDF, Einleitung und erste Jahre von Der deutsche TV-Preis, Einleitung und erste drei Seasons of Big Brother und andere).

The British Science Media Centre (SMC) und was wir daraus gewinnen können

Holger Hettwer, Simone Rödder und Franco Zotta schildern für das Quartal ihre Sichtweise des englischen SMC - und was sich daraus für die Lage in Deutschland ergibt. Das englische "Science Media Centre" (SMC-UK) wurde vor zehn Jahren als erstes SMC der Welt ins Leben gerufen. Auf der Tagesordnung stand neben dem Konzept, der Orientierung und dem Angebot des British SMC seine besondere Rolle an der Nahtstelle zwischen Forschung und Presse sowie seine Bekanntheit nach zehn Jahren des Bestehens.

Sie will der Naturwissenschaft als "Pressestelle für die Wissenschaft" eine eigene Sprache verleihen, wenn wissenschaftliche Inhalte in den Medien stehen - nämlich "unverschämt pro-science" (Baroness Greenfield). Das Angebot ist exakt auf die Bedürfnisse dieser Journalistinnen und Journalisten abgestimmt: Schnelle Reaktionen oder Zusammenfassungen (Expertenkommentare zu den aktuellsten Fragen innerhalb kurzer Zeit), Medienkonferenzen (Newsbriefings und Hintergrundbriefings) sowie Factsheets und Krippenbögen ("Cheat Sheets").

Inzwischen hat das Londoner Wissenschaftsmedienzentrum einen beträchtlichen Ausstoß. Das SMC wird von den Wissenschaftlern als äußerst hilfreich empfunden: "enorm vorteilhafter Mechanismus der Verbindung von Wissenschaft und Medien". Aus wissenschaftlicher Perspektive reduziert es das Wagnis, schlecht informiert zu werden und steigert die Chancen, das eigene Forschungsgebiet "risikoarm" in den Massenmedien zu präsentieren.

Bei SMC registrierte Journalistinnen und Journalisten erhalten tagtäglich Auskünfte. Durch sein breites Leistungsspektrum gelangt das SMC nahezu in die ganze einschlägige Medienlandschaft: Die schnellen Reaktionen und Pressegespräche gelangen zu den Journalistinnen und Journalistinnen in der Qualitäts- und Boulevardpresse, im öffentlichen und privaten Fernsehen, in Fachmagazinen und Fachagenturen (über letztere auch in der Regionalpresse). Besonders unerfahrene und nicht spezialisierte Journalistinnen und Journalisten schätzen das Informationsangebot als nützlich, da es hilft, sachliche Fehler und Fehlurteile in der Reportage zu minimieren.

Das SMC hat aus journalistischer Perspektive den Stellenwert wissenschaftlicher Themen in den Medien gesteigert. Darüber hinaus hat sie die Wissenschaftsberichterstattung verstärkt, "viele dumme Anti-Wissenschaften" vermieden und zu einem guten Image der Naturwissenschaften in der Bevölkerung beizutragen. Es gibt aber auch klare Kritiken an der SMC-UK: Wissenschaftler und Publizisten beklagen, dass sie als "Pressestelle für die Wissenschaft" dazu tendiert, eine einseitig und wissenschaftlich freundliche Reportage zu fördern: "Die SMC hat effektiv die Agenda gesetzt, was man bekommt, ist eine sehr Einseitigkeit.

"Das Ergebnis ist eindimensional: Es geht um Erfolgsberichte aus der Forschung, um neue Studien. Im Mittelpunkt steht das wissenschaftliche Mainstream-Gutachten, dass die Expertenauswahl verfälscht ist. Besonders renommierte Fachjournalisten bemängeln den "Löffelfütterungsprozess" des SMC: Der Publizismus wird so zum Passivkonsumenten von SMC-Ausgaben. Aber auch Journalistinnen und Journalisten, die sich an das traditionelle Muster des Wissenschaftjournalismus halten, sind unkritisch, z.B. in den Chefredaktionen der Fachpresse und des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, und in denen es nicht darum geht, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu bemängeln oder ihre politischen Absichten zu problematisieren: "Ich versuche nur zu denken, was bedeutet Anti-Wissenschaft?

Unsere Schlussfolgerung: Das SMC-UK hat einen journalistischen Handlungsbedarf erkannt und seinen Ausstoß optimal darauf abgestimmt. Journalistisch gesehen ist daher eine Grundskepsis gegenüber dem SMC UK angemessen, die nicht in erster Linie durch einzelne Angebote oder Tätigkeiten ausgelöst wird, sondern daraus resultiert, dass ein neues Mitglied, dessen PR-Wurzeln unverwechselbar sind, auftritt und zum Mittelpunkt zwischen Naturwissenschaft und Publizistik wird - man könnte von einem "systemischen Generalverdacht" reden, unter dem das SMC-UK steht.

So ein SMC sollte sich nicht als "Pressestelle für die Wissenschaft", sondern als "Redaktion für die Wissenschaft" sehen - um eine vielfältige, sachkundige und kritisch orientierte Reportage zu fördern: Sie bietet keine Templates für "Copy & Paste", sondern stellt lediglich Frage-, Perspektiv- und Bügelmaterial zur Verfügung, mit dem JournalistInnen zusammenarbeiten und mit dessen Unterstützung sie eigene BeitrÃ?ge verfassen und ihre eigenen weiterverfolgen können.

Es geht also nicht um "Löffelfütterung", sondern um "Gehirnfütterung", indem das SMC den Journalistinnen und Journalisten vor allem die Zeit gibt, um auf der Grundlage dieses Materials vertiefte Fragestellungen zu klären oder grössere Bedeutungszusammenhänge zu erhellen. Im SMC Alternativmodell sollen verschiedene Ansichten von Fachleuten dargestellt werden, zum Beispiel bei echten inter- oder transdisziplinären wissenschaftlichen Auseinandersetzungen - im Sinn einer publizistischen Meta-Editierung: Die Themenauswahl und Referentenauswahl sollte auf der Grundlage von wissenschaftlichen Exzellenz-Kriterien, aber gleichzeitig mit den Qualitäts-Routinen der wissenschaftlich-journalistischen Betrachtung der Naturwissenschaften vorgenommen werden.

Das Expertenangebot des SMC sollte konsequent als umfassende Sicht auf das entsprechende Fachgebiet gestaltet werden. Ein idealer SMC sollte sich nicht auf die Präsentation neuer Forschungsresultate begrenzen, sondern auch die Naturwissenschaften als Prozess ansprechen: "Probleme mit Peer Reviews, Retraktionen, Fehlverhalten" wären ebenfalls Teil der Thematik. Das SMC-Material muss grundsätzlich allen Wissenschaftsjournalisten kostenfrei zur Verfügung stehen.

Das heißt, auch Online- und freiberufliche Redakteure sollten bei der Gestaltung mit einbezogen werden. Bislang wurde in der Debatte in Deutschland, zum Beispiel auf der WISSENSWERTE 2012, gelegentlich die Befürchtung geäußert, dass ein SMC dazu beiträgt, den Stellenmarkt für JournalistInnen zu verschlimmern - Arbeitsplatzabbau, weil man in Zukunft auf das kostenlose Stellenangebot des SMC zuruckgreifen kann.

Anderen zufolge könnte der Arbeitsmarkt für freiberufliche Journalistinnen und Journalisten gefährdet sein. Das wichtigste interne Werkzeug wäre eine auf die Bedürfnisse der Presse abgestimmte Expertendatenbank - als (nicht-öffentliche) Informationsquelle, aus der das SMC seine Informationen zusammenstellt und an die Presse gibt. Als weitere Möglichkeiten bieten sich Hintergrunddiskussionen zu neuen wissenschaftlichen Themen oder zu aktuellen Themen und Problemen des Wissenschaftssystems und Werkzeuge für JournalistInnen an - Richtlinien, die bei der Reportage helfen:

Unserer Meinung nach wäre dies ein wesentlicher Gegensatz zu den meisten Angeboten der Naturwissenschaft, die oft ihrer eigenen, der Naturwissenschaft immanenten Logik folgt. Diese Orientierung wäre auch ein grundlegender Gegensatz zum englischen SMC, der immer wieder als "Pressestelle für die Wissenschaft" angeprangert wird.

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