Onlineshoppen

Internet-Shopping

Im Versandhandel fällt viel Verpackungsmüll an. Raus aus der Türe! Bestellen im Netz ändert die Lebenswelt mehr, als Sie es sich wünschen. Da mich der Bote beinahe überfahren hätte, denk ich an Musil. In den 1910er Jahren stürmt ein LKW einen Vorbeigehenden.

Was die Dichterin zu behaupten versucht, ist klar: Die Modernität schafft eine neue Form des Klassenkampfes. Sie wissen sofort, wie es ausgehen wird: Wenn Sie nicht mithalten, werden Sie überrannt.

Beförderung

Dreiviertel aller Bundesbürgerinnen und Bundesbürger beziehen bereits viele Angebote im Internet - so das Ergebnis einer Untersuchung von Kanzler TNS im Herbst 2017. Für den Internet-Händler Otto hat sie das Online-Shopping-Verhalten der Bundesbürger untersucht. Und: 74% der Befragten sind zu spontanen Einkäufen durch Stimmungsschwankungen verleitet. Trotz der zahlreichen Shoppingmöglichkeiten kommt der klassische Online-Shopper zunehmend aus der Stadt.

Nicht zu vergessen der gesamte Verpackungsabfall beim Online-Shopping, da die Ware zudem in Überschussmengen in Schutzfolien, Polystyrol und Kunststoff eingepackt wird. Mehr als die Haelfte aller Artikel wird zurueckgegeben. Doch auf das komfortable Online-Shopping von der Liege statt in den vollen Läden - gerade in der angespannten Weihnachtssaison - möchte man kaum missen.

Also, wie kann man dem weihnachtlichen Stress online entgehen, ohne die Umgebung zu verschmutzen? Achten Sie zunächst darauf, mit welchem Paketservice ein Online-Shop seine Päckchen ausliefern kann. Die Optimierung der Routen und eine stetige Zunahme erfolgreicher Erstauslieferungen führen zu einer weiteren Reduzierung der Emission. DPD wollte seine eigenen CO2-Emissionen bis 2020 um 10 Prozentpunkte gegenüber 2013 verringern - und hat dieses Reduktionsziel bereits bis 2016 realisiert.

DHL hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Effizienz bis 2025 um 50 % gegenüber 2007 zu verbessern. Beim Online-Shopping ist es am besten, auf die regionale Beschaffenheit der Waren zu achten und damit die kurzen Wege zu fördern, wie es im Stationärhandel der Fall ist. Wenn Sie Ihre bisher angelieferten Sendungen auspacken, trifft Sie eine ganze Reihe von Polystyrol, Kunststoff und anderem Packmaterial.

Die bayrische Start-up-Firma Landpak sucht deshalb nach ökologischen Alternativen: Strom statt Polystyrol ist ihr Leitspruch. Zum einen ist das gut für die Ökologie, denn die Verpackungen lassen sich problemlos im organischen Abfall entsorgen. Auf der anderen Seite ist das Erzeugnis auch mit Polystyrol preisgünstig. Innenverpackung aus 100-prozentigem Recycling-Papier. Erst durch die Zuführung von Wässern - also ohne weitere Binder oder andere chemische Zusätze - kann ein Papierbrei in nahezu jede beliebige räumliche Gestalt gebracht werden, die einen bestmöglichen Dämpfungsschutz für die Ware bereitstellt.

Der besondere Vorteil: Die Verpackungen sind wieder verwendbar, recyclebar und wiederabbaubar. Verpackungen aus Altpapier sind zudem wesentlich umweltverträglicher als Frischfaserpapiere. Die Kisten sind standfest, schlagfest und nicht verhandelbar gegen Feuchtigkeit - und somit ideal für ein geschlossenes System geeignet: Nach der Entnahme der Ware gibt der Käufer die Kiste innerhalb von 14 Tagen an den Lieferanten oder an einen Paketdienst in seiner Umgebung zurück.

Nachdem der Käufer das Paket erhalten hat, legt er die Verpackungen in die nächste Mailbox und sendet sie an Retour. Eine weitere Ursache für die Umweltauswirkungen des Online-Shoppings sind die Renditen. Deutschland ist in Europa mit einer Rücklaufquote von 51% im Jahr 2017 führend, wobei die zusätzlichen Emissionen durch eine gut entwickelte Transportlogistik in der Regel noch das kleinere Problem sind.

Das Schlimmste ist manchmal das nicht verwendbare und nur einmal anprobierte und zurückgeschickte Teil. Zunächst sollten Sie Spontankäufe vermeiden und nur das einkaufen, was Sie wirklich brauchen. Weil die Gefahr: Die Versuchung zum Einkaufen durch Emotionen steigt die Chance, dass das Gerät bei der Anlieferung unbenutzbar wird.

Auf diese Weise werden auch die Enttäuschung beim Entpacken der Ware vermieden: Holen Sie sich vorab detaillierte Informationen über das jeweilige Teil. In der Regel ist es jedoch die Bekleidung, die zurückgesandt wird, "Größe paßt nicht" als Hauptursache. So gibt es viel Potential, um zu verhindern, dass Online Weihnachtseinkäufe zu einer Katastrophe für Mensch und Natur werden.

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