Nero Ausstellung Köln

Nero-Messe Köln

Aus dieser Ehe stammt ihr einziger Sohn, der spätere Kaiser Nero. Kölner Ausstellung wirft einen neuen Blick auf Agrippina: Neros Mama war brutal und wunderschön....

Das ist die Biographie der römischen Agrippina. Es war die Geburtsstunde von Nero. Die Kölner Mütter. Pünktlich anlässlich ihres 2.000. Geburtstages in diesem Jahr beleuchtet eine Ausstellung im Römisch-Germanischen Stadtmuseum und ein neu erschienenes Werk die Umstrittenheit. âDie Schlussfolgerung ist, dass in Europa spätestens seit dem Mittelalter wurde beschlossen, dass Agrippina ein Monster war.

Lediglich in Köln war es anders. Weil es dort als Stadtgründerin betrachtet wird â" und daher kein Monster sein durfte. â Ihr schnelles Leben: Agrippina wird im Jahr 15 nach Christus in Köln geboren, was noch nicht so genannt wird. Die Agrippina hat ihren Heimatort nie wieder gesehen. Sie schafft es, den Imperator zu verführen zu bringen, obwohl er ihr Großonkel ist.

Er heißt Nero. Doch Agrippina will nicht nur âdie Dame an der Seiteâ sein, sie will als Zarin regieren. â Es gibt nur noch einen Schönheitsfehler im Laufe des Lebens von Agrippina: den Herkunftsort, diesen Vorposten am Nordrand des Zarenreiches. Das heißt: Römische Großstadt an der Stelle eines dem Imperator gewidmeten Altares, unter Claudius gegründet auf Veranlassung von Agrippina.

Bei Agrippina selbst endet es nicht gut. Sie überreichte ihm ein Giftpilzgericht und setzte ihren Jungen Nero auf den Stuhl. Aber jetzt zeigt er, dass er viel von seiner Mama kopiert hat: Sie werden aus dem öffentlichen Raum vertrieben und von lässt schließlich ermordet.

Nur neun Jahre nach der Stadterhebung wird der große Sponsor von einem Podest geschoben. Von keiner einzigen Skulptur wird verschont: Erst jetzt kam die Ausstellung im Römisch-Germanischen Landesmuseum wieder eine überlebensgroà Statue aus den Kapitolinischen Museen in Rom.

âEine groÃ?e Auszeichnung für usâ, sagt Museumsleiter Marcus Trier. Dass die römischen Kölner sich friseurtechnisch an Agrippinas Ringellöckchen orientieren, beweist die Ausstellung unter anderem: Sie sahen sich dafür nur ihr Portrait auf Geldmünzen an. Die Agrippina blieb in Köln immer populär trotz ihrer Blutrünstigkeit. Die Versicherungsgesellschaft erhielt ihren Familiennamen, eine Cigarrenmarke â" und im Fasching wohnt sie in der Madonna des Triumvirats.

âEine originale Frauengestalt für eine 2000 Jahre junge, deutschsprachige Großstadt, die gleichzeitig Mama, Tochter und Monster ist â" jemand muss uns zuerst imitieren! â Römisch-Germanisches Freilichtmuseum, Köln, Roncalliplatz 4.

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