Möbeldesign

Moebeldesign

Das Möbeldesign und die moderne Wohnkultur (Studien zur modernistischen Architektur und zum Industriedesign). Möbelentwurf: Das Erfolgskonzept der deutschen Hersteller Seine Chefin, Curt Mertens, ist in der Einfahrt. Jugendliche entnehmen den Plätzchen von der Hand", sagt Mertens. "Carl Mertens in Solingen produziert seit beinahe hundert Jahren Besteck. Das soll auch in der Zukunft so bleiben.

Die Holztreppen aus der Werkstätte entlang, an den im Stiegenhaus hängenden Fotos seiner Vorfahren Carl und Curt Senior vorbeigehend, sagt er: "Wir müssen uns auch umziehen.

"Viele Traditionsunternehmen für Einrichtungsgegenstände, Textilien und Mobiliar in Deutschland mussten in den letzten Dekaden nachgeben. Aber nicht nur in der Messerstadt Solingen fühlt man: Eine Besteck- oder andere Accessoires-Manufaktur in Deutschland zu führen, ist eine ganz spezielle Aufgabe. So hat die 1919 als Lohnschleifer für Taschenmesser-Klingen gegründete Firma Carl Mertens gerade ihre zweite Zahlungsunfähigkeit überstanden.

Die Überlebenden profitieren nun aber von erhöhter Kaufkraft und erhöhter Kaufbereitschaft für Deutschland. Das Unternehmen Mertens hat den Markttrend des anspruchsvollen Heimkochens frühzeitig entdeckt und vertraut auf qualitativ hochstehende Messerschmiede. Schon bald werden sie in China eigene Läden aufmachen, so Mertens. "Man fragt immer wieder erstaunt:'Eine Spinnerei in Deutschland, die es noch gibt?

Das 1951 gegründete Unternehmen kämpft mit dem Ziel, dass das textile Wissen nicht ausgelöscht wird. "Schönes Leben in Deutschland hat in den vergangenen Jahren vor allem eines bedeutet: einfacheres Leben. "Auch Bernadette Ehmanns, die zusammen mit ihrem Mann Mathias Hey die Filzfabrik Hey-Sign betreibt, hat dieses tiefe Vertrauen in ihr Werk. Es ist auch in der Bundesrepublik Deutschland: Hinter den klappernden Gleisen von Meterbusch und einem ehemaligen Stahlseilwerk steht der Schwarzwürfel, in dem die Filzfabrik zuhause ist.

Hey-Sign wurde bekannt, als das MoMa vor 17 Jahren rund 600 Weidenkissen aus dem wiederentdeckten Filz bestellt hat. Bei Hey-Sign wird vieles von Hand gemacht, manches wird von der Maschine übernommen. Das könnte die Zukunftsperspektive für Hey-Sign sein: Hey-Signs "Welle" Wollfilzblende könnte auch eine gute Wahl für laute Büro- oder Hotelzimmer sein.

Jetzt erhofft man sich bei Hey-Sign größtmögliche Bestellungen von Firmen für Bildschirme und neuentwickelte Wandkacheln - auch wenn sie natürlich immer noch nur ein einziges Polster nach Kundenspezifikation herstellen. Aber so kontemplativ es in den Fabriken auch sein mag, ihre weitere Entwicklung wird vor allem im Handwerk entschieden. Auch in der Hansestadt hat Carl Mertens gerade einen seiner traditionsreichen Vertragshändler, das Traditionsunternehmen Lenffer, untergegangen.

Allein in Deutschland hat sich die Zahl der Fachhandelspartner in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Deshalb gibt Mertens seine aufwändig hergestellten, teueren Produktekataloge nur noch in sehr kleinen Auflagen heraus. Daraus können wir in Deutschland bisher nur Lehren ziehen. "Aber auch wenn der Online-Handel mit Industriegütern bald auch in Deutschland florieren würde - würde es ihm gelingen, langfristig eine Lebens- und Wohnkultur zu pflegen, die den aufwändigen und teueren Gütern entspricht?

"Hier bin ich, weil ich hier sein will, nicht weil ich muss", sagt zum Beispiel Sebastian Ihling von der Apelter Flechterei. Auch die vom Verschwinden bedrohten Konditorzangen von Carl Mertens sind wieder da: Sie dienen heute als Aufschnitt.

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