Medea Volkstheater

Volkstheater Medea

Sie ist Julia Richters erste Hauptrolle am Volkstheater. Das Volkstheater Medea Der ehemalige griechische Helden Jason und seine Frau Medea aus Kolchis überquerten vier Jahre lang mit ihren beiden Söhnen das Meer und suchten keine Zuflucht. Weder in Jasons Vaterland noch anderswo wollen sie den Mann aufgreifen, der bei der Rückgabe des Goldenen Vlieses, einer mit magischer Kraft ausgestatteten Widderhaut, eine Spuren von Unheil und Ermordung hinterlässt.

Der Odyssee hat sie abgenutzt, und Jason fängt an, seine Ehe mit der Tochter des Königs aus Kolchis zu bedauern. King Kreon, der Jason bereits aus seiner Kindheit kannte, lässt ihn endlich nach Korinth einreisen und toleriert nach längerem Hin und Her auch die Präsenz der barbarischen Medea, über deren Wildnis es ebenso viele Spekulationen gibt wie über ihre Zauberkräfte.

Medea, die all ihre Werkzeuge losgeworden ist, versucht sich gerne an die fremden Kulturen anzupassen. Doch Jason dreht ihr den Rücken zu. Die Gerüchte über einen von Medea begangenen Mordfall an Jasons Onkel verschärfen die Situation. Die Kreon vertreibt die Unbekannte, nimmt ihr innerhalb von 24 h das Aufenthaltsrecht und raubt ihr die Söhne.

Die Medea läuft in verzweifelter Lage und wird zu dem, was man in ihr erblickt hat. Im Mittelpunkt der von Franz Grillparzer zwischen 1818 und 1821 verfassten Triologie Das Goldvlies steht Medea. Näheres über Medea finden Sie im Volkstheater-Magazin. Aietes/ Herold der Amphiktyonen), (Jason/Phryxus), (Kreon), (Gora), (Kreusa), (Absyrtus), (Medea), (Die jungen Medea), "Medea's sinnlose Bestrebungen zur'Integration' sind im Mittelpunkt der Aktion.

Der Versuch der moralflexiblen Fürstin Kreusa (großartig: Evi Kehrstephan), Medea das westliche Verhalten zu lehren, demütigt sie nur. Die Medea ist nach wie vor eine Auferlegung. Mit dem kalten und geschmeidigen King Kreon, einem geschmeidigen echten Politiker (sensationell: Günter Franzmeier) hat sie ohnehin keine Chancen. "Als sich die Etappe der Geschichte zuwendet, will sie Medea mit aller Macht aufhalten.

Die Medea muss ihre schlechten Erfahrungen ausblenden. Dies ist einer der Tricks in Anna Badoras Neuproduktion von Grillparzers Goldener Vlies Trilogie am Volkstheater. Dennoch gilt es, das Los der'Barbaren', die der griechischen Jason in ihrem Sturz nachfolgt, mit den Fingern zu ertasten. Noch energiegeladener erscheint die Hauptdarstellerin dieser Unterscheidung - wie so oft ist sie vor allem Brand und Flame; der österreichische Vertikalstar, im letzten Jahr und dann noch am Burgtheater, tritt kaum gemeißelt und zart auf.

Es sprudelt und verbrennt die ganze Zeit - in dieser Hinsicht steht es Medea. Doch neben ihr prägen Jason von Biedermann, Gora von Anja Herden und Michael Abendroth die baulich gut überlegte Macht dieser Performance in hochkonzentrierten Herrscherrollen. "Im Mittelpunkt steht wie Mutter Erde die Hexe; wie immer ist die Medea eine Urkraft auf der Buehne (....).

Mit ihr glänzt Biedermann wie ein Lakon iker, der auf seine Leidenschaft verzichten kann, doch bis zum Schluss ist er auf der Suche nach der Verzückung, die Medea in der neuen, wunderschönen, rutschigen Zeit anstrebt. Der Biedermann, bisher immer eine Sicherheitsbank am Volkstheater, überzeugte auch hier wieder. "Die Regisseurin meistert alle Farben der vom Regisseur ausgeweiteten Palette, von Singendrot (ihre anfänglich unbedingte Vorliebe für Jason) über versöhnliches Blau (die Bemühungen, ihre Gastgeber zufrieden zu stellen) bis hin zu Hell-Black (der Kindermord, konsequenterweise umgesetzt)", so die Regisseurin.

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